Angeregte Fragerunde zur Arbeit in einem Schutzhaus für Frauen
Der Arbeitskreis „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ hat im November anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen ein ausladendes Kuchenbuffet veranstaltet, dessen Erlös nun mehr an das Schutzhaus für Frauen in der Region gespendet wurde. In dem Frauenhaus werden Frauen und Kinder aufgenommen, die primär durch physische, psychische oder sexualisierte Gewalt durch Ex-Partner*innen bedroht sind. Die Aufnahme ist unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus, Einkommen oder Religion. Der Aufenthalt ist freiwillig, die Aufnahme wird vorab telefonisch geklärt und richtet sich an Frauen, die sich und ihre Kinder (Jungen meist bis ca. 14 Jahre) selbst versorgen können.
Damit die Gruppe mehr über den Aufenthalt und die Zielsetzung dieser Einrichtung erfährt, wurde Frau Frühbeis eingeladen, die nach einer kleinen Einführung zahlreiche Fragen beantwortet hat.
Zum Beispiel war es für die Schülerinnen und Schüler interessant zu wissen, ob die Frauen trotzdem zur Arbeit gehen können. Dies ist tatsächlich recht schwierig, denn in die „alte Arbeitsstätte“ weiterzugehen, könnte zur Folge haben, dass der gewaltausübende Partner/Partnerin sie findet und möglicherweise verfolgt. Deshalb müssen die Frauen ihre Arbeitsstätte zwangsläufig wechseln, viele sind aber auch erst einmal im Schutzhaus. Außerdem erzählte Frau Frühbeis davon, dass es auch im Schutzhaus manchmal zu Konflikten kommt und ihre Aufgabe es u.a. ist, den Streit zu schlichten. Sie beschrieb das Leben insgesamt als recht laut, weil zurzeit viele Kinder im Haus sind. Niemand darf Besuch empfangen, deshalb sind alle aufeinander angewiesen. Beispielsweise feiert man gemeinsam jeden Geburtstag und jedes Kind erhält ein Abschiedsgeschenk, wenn es das Schutzhaus verlässt. Die Aufenthaltsdauer kann bis zu sechs Monaten betragen. Mit dem Spendengeld wird evtl. ein kleiner Ausflug für die Kinder organisiert, was eine schöne Idee ist. Alle hoffen, dass die traumatisierten Kinder dabei viel Spaß haben werden.

